Zusammenfassung:Excel ist 40 Jahre alt und immer noch allgegenwärtig – selbst wenn Unternehmen über moderne Datenplattformen und KI sprechen. Der Grund dafür ist nicht, dass Excel als „Best Practice“ gilt. Vielmehr ist Excel eine universelle Schnittstelle: flexibel, leicht zu erlernen und schnell für kleinere Analysen. Die Gefahr besteht darin, dass Tabellenkalkulationen unbemerkt zu produktiven Systemen werden – mit undokumentierten Makros, instabilen Arbeitsabläufen und wichtigen Entscheidungen, die auf Dateien basieren, die nicht zentral verwaltet werden.
Die Geschichte von Excel ist eigentlich eine Geschichte darüber, wie Organisationen mit Daten umgehen (oder eben nicht umgehen).
Warum Excel sich weigert zu sterben
Aus dem BBC-Bericht:
- Excel ist nach wie vor weit verbreitet und fest im Bildungswesen verankert.
- Es eignet sich hervorragend für schnelle Analysen und Diagramme auf Basis kleiner Datensätze.
- Viele Organisationen verwischen die Grenze zwischen Analyse (in Excel kein Problem) und Verarbeitung/Operationen (in Excel riskant).
Excel ist erfolgreich, weil es Folgendes bietet:
- geringe Reibung
- ausdrucksvoll
- lokal kontrolliert
Das sind Vorteile für die Nutzer – aber Nachteile für die Verwaltung.
Die Tabellenkalkulationsfalle: Analyse wird zur Infrastruktur
Die BBC zitiert einen Akademiker, der Abteilungen beschreibt, in denen:
- Daten fließen in Tabellenkalkulationen.
- Makros transformieren es
- Die Ausgänge speisen wichtige Operationen.
Das Risiko:
- Der Makro-Autor verlässt
- Niemand versteht den Arbeitsablauf.
- Fehler häufen sich unsichtbar an
So werden aus „temporären“ Tabellenkalkulationen permanente Systeme.
Warum KI das Problem verschärft
KI ist hungrig nach:
- saubere, standardisierte, zentral zugängliche Daten
Tabellenkalkulationen erzeugen in der Regel Folgendes:
- doppelte Datensätze
- Konfliktierende Versionen
- unklare Herkunft
- lokale „Schatten-IT“-Prozesse
Organisationen, die versuchen, KI einzuführen, stoßen daher oft auf Schwierigkeiten:
- Ihre Daten sind in den Excel-Dateien der Leute gefangen.
In diesem Sinne blockiert Excel die KI nicht, weil es alt ist – es blockiert die KI, weil es die Datenverwaltung dezentralisiert.
Die organisatorische Realität: Menschen wollen Kontrolle
Eine zentrale Erkenntnis des BBC-Berichts ist kultureller Natur:
- Teams möchten ihre Excel-Workflows beibehalten
- Sie wollen neue Systeme, die Daten in Tabellenkalkulationen exportieren können.
Das ist verständlich:
- Excel vermittelt ein Gefühl von Besitz.
- Neue Systeme fühlen sich an wie Kontrollverlust.
Für Führungskräfte gehören die Daten jedoch der Organisation und nicht einzelnen Dateien.
Warum es so schwer ist, Excel zu ersetzen
Excel ist ein universelles Werkzeug.
Zum Ersetzen ist entweder Folgendes erforderlich:
- eine Reihe von Werkzeugen, oder
- Maßgeschneiderte Systeme, die auf jeden Arbeitsablauf abgestimmt sind
Das ist teuer und mit erheblichen Störungen verbunden.
Eine realistischere Strategie ist:
- Excel für die Analyse zulassen
- Excel als Aufzeichnungssystem verbieten
Diese Linie muss durchgesetzt werden, sonst bricht sie zusammen.
Praktische Alternativen (und was sie wirklich bewirken)
Die BBC beschreibt, wie Unternehmen umziehen nach:
- Planungssysteme
- Fallmanagement-Tools
- Buchhaltungsplattformen, die Rechnungsdaten extrahieren
Diese Systeme bieten:
- strukturierte Datenmodelle
- Berechtigungen
- Prüfprotokolle
- Automatisierung
Sie verringern die Risiken von:
- stille Bearbeitungen
- Versionschaos
- nicht dokumentierte Transformationen
Die versteckten Kosten von Excel: operationelles Risiko
Excel-Fehler sind keine rein hypothetische Angelegenheit:
- Modellierungsfehler
- Fehler beim Kopieren/Einfügen
- veraltete Dateien
Wenn Tabellenkalkulationen für Berechnungen eingesetzt werden, wird das Risiko systemisch.
Deshalb erzwingen manche Organisationen letztendlich Veränderungen durch:
- die Koexistenz der Tabellenkalkulation mit dem neuen System verhindern
Es klingt hart, aber Koexistenz bedeutet oft, dass sich nichts ändert.
Was man sehen sollte
- Schatten-IT: ob Teams weiterhin geschäftskritische Tabellenkalkulationen erstellen.
- Daten-Governance-ProjekteZentralisierung und Standardisierung von Daten.
- KI-EinführungKünstliche Intelligenz wird die negativen Folgen fehlerhafter Daten noch verstärken.
- Bessere WerkzeugeSysteme, die die Flexibilität von Excel mit echter Governance verbinden.
Fazit
Excel ist nach wie vor beliebt, weil es wirklich nützlich ist.
Das eigentliche Problem ist nicht, dass Menschen Daten in Excel analysieren – sondern dass Unternehmen im Stillen kritische Prozesse in Excel durchführen.
Wenn KI die nächste große Welle ist, werden nicht die Organisationen mit den ausgefeiltesten Modellen die Gewinner sein. Es werden diejenigen sein, die ihre Daten endlich aus fehleranfälligen Tabellenkalkulationen in geregelte Systeme überführen.
Quellen
- BBC News (Technologie im Geschäftsleben):https://www.bbc.com/news/articles/cwyxkzjpp87o?at_medium=RSS&at_campaign=rss