Raspberry Pi hat erneut Preiserhöhungen angekündigt und begründet dies mit gestiegenen Speicherkosten, da sich Engpässe nicht nur auf Rechenzentren und PC-Komponenten, sondern auch auf Embedded- und Hobbyhardware ausweiten. Laut Ars Technica ist dies die zweite umfassende Preiserhöhung innerhalb von zwei Monaten, wobei die stärksten Preiserhöhungen bei den Modellen mit dem größten Arbeitsspeicher auftreten.
Dies verdeutlicht, dass die Nachfrage nach KI-Chips nicht nur GPUs betrifft. Bei sinkenden Speicherpreisen können alle Geräte, die auf LPDDR-Gehäusen basieren – von Mini-Computern über Router bis hin zu industriellen Systemen – schnell teurer werden.
Welche Preise ändern sich?
Ars zitiert die Ankündigung von Raspberry Pi CEO Eben Upton, dass die meisten Pi 4 und Pi 5 Boards mit 2 GB oder mehr LPDDR4 RAM wieder im Angebot sind.
Die gemeldeten Anstiege:
- 2-GB-Modelle: +10 $
- 4-GB-Modelle: +15 $
- 8-GB-Modelle: +30 $
- 16-GB-Modelle: +60 $
Ars merkt an, dass dies den Preis für den 16GB Pi 5 auf 205 US-Dollar treibt, während die 8GB-Versionen des Pi 4 und Pi 5 über 100 US-Dollar liegen.
Warum Modelle mit mehr Arbeitsspeicher am stärksten betroffen sind
Die Stückliste eines Einplatinencomputers wird von wenigen Komponenten dominiert:
- Der Haupt-SoC
- Der RAM
- Energiemanagement
- Leiterplatte und Steckverbinder
Steigende RAM-Preise haben einen nichtlinearen Effekt. Ein 16-GB-Modell bietet nicht einfach nur „mehr“ RAM; es kann andere Anforderungen an Verpackung, Beschaffung und Produktionsausbeute stellen. Sind diese Komponenten knapp, steigt der Preisaufschlag.
Wie sich die Nachfrage nach KI in steigenden Verbraucherpreisen niederschlägt
Auch wenn Raspberry Pi-Platinen nicht direkt mit KI-Trainingsclustern konkurrieren, konkurrieren sie möglicherweise um die gleiche vorgelagerte Versorgung mit Speicherchips und Verpackungskapazität.
Wenn Hyperscaler und KI-Labore große Mengen abnehmen, priorisieren die Lieferanten diese Verträge, und alle anderen stehen vor Folgendem:
- Längere Vorlaufzeiten
- Höhere Spotmarktpreise
- Häufigere „Zuteilung“ (begrenzte Lieferungen)
Deshalb können Preisänderungen in Wellen erfolgen – zuerst im Markt für Enthusiasten-PCs, dann bei Edge-Geräten.
Was Käufer tun können (ohne Panikkäufe)
Für Hobbyisten und Pädagogen empfiehlt es sich in der Regel, den Kontakt mit den hochwertigsten Produkten zu reduzieren:
- Wenn Ihr Projekt keine 16 GB benötigt, bezahlen Sie nicht dafür.
- Ziehen Sie, falls kompatibel, gebrauchte Platinen oder ältere Generationen in Betracht.
- Planen Sie Ihre Einkäufe um die Unterrichtszyklen herum und bauen Sie nach Möglichkeit Puffer auf.
Wenn Sie die Platinen für ein Unternehmen oder eine Installation kaufen, behandeln Sie sie wie Artikel der Lieferkette:
- Qualifizieren Sie gegebenenfalls Alternativen.
- Pin-Versionen und -Konfigurationen.
- Vermeiden Sie Designs, die von einer einzigen Artikelnummer abhängen.
Was Sie als Nächstes sehen sollten
Zwei Signale sind wichtig:
- Ob sich die Speicherpreise im Laufe des Jahres stabilisieren
- Ob Raspberry Pi langfristige Lieferverträge abschließen kann, die Schwankungen ausgleichen, ist unklar.
Sollten die Engpässe anhalten, könnten die Preiserhöhungen auf andere Kleincomputer und IoT-Plattformen ausgeweitet werden.
Fazit
Die Preiserhöhungen für den Raspberry Pi sind eine Folge des angespannten Speichermarktes. Wer mit weniger RAM auskommt oder alternative Platinen verwendet, kann die größten Preiserhöhungen möglicherweise vermeiden – doch für Pi-Modelle mit viel Speicher ist die Ära der „günstigen Mini-Computer“ vorerst auf Eis gelegt.